Interview bei Radio NDR

Am 09.07.2014 war Lee Baxter zu Gast bei Radio NDR. Frank und frei erzählte er in dem Interview von seiner neuen Single „For what it’s worth“, der Zeit als Mitglied von „Caught In The Act“ und was er heute macht.

Der Song „For what it’s worth“ spiegelt die Erinnerungen aus der Zeit wider, als Lee Baxter in den 90er Jahren der Liebling der Boygroup „Caught In The Act“ war. „Eines Tages habe ich die Kassetten meines damaligen Camcorders wieder gefunden. Ich beschloss, die alten Bänder von einer Firma digitalisieren zu lassen. Als ich die Aufnahmen wieder sah, war ich von meinen Erinnerungen überwältigt: Unter anderem war darauf zu sehen, wie wir damals Eloys Geburtstag gefeiert haben und unsere Asien Tour. Das anzusehen war für mich sehr emotional“, erzählt Lee auf die Frage hin, was es mit dem Videoclip zum Song „For what it’s worth“ auf sich hat.

Wie alles begann

Doch von vorne: Wie kam Lee Baxter eigentlich zu der Teenie-Band? Casting-Bands sind heutzutage Normalität, in den 90er Jahren war dies jedoch undenkbar: Um bei den Teenagern einen möglichst perfekten Eindruck zu erwecken, wurde vorgegaukelt, man würde sich aus Schulzeiten kennen und hätte sich schon vor Jahren miteinander angefreundet. „In Wirklichkeit hatte ich gerade meine Schauspielausbildung in London beendet“, so Lee. „Ich war gerade 22 Jahre alt und las dann von einem Casting für eine Boygroup in Holland. So kam ich schließlich zu der Gruppe.“ Doch dies war nicht die einzige Geschichte, die die vier Mitglieder den Fans auftischen mussten. „Offiziell durften wir natürlich keine Freundin haben. Wir mussten immer single und ‚verfügbar‘ sein. In Wirklichkeit waren wir alle vergeben.“

Aller Anfang ist schwer

Nichts desto trotz hatte die Band mit Startschwierigkeiten zu kämpfen: Die erste Zeit war gespickt mit Flops in Holland. Bis zum großen Durchbruch mit „Love is everywhere“ in Deutschland, den die Band mehreren Gastauftritten in der erfolgreichen Daily Soap Gute Zeiten schlechte Zeiten zu verdanken hatte, waren Auftritte in kleinen Diskotheken an der Tagesordnung. Lee Baxter erinnert sich: „Buh-Rufe waren an der Tagesordnung. Die Leute bewarfen uns mit Dingen. Es war schrecklich!“ Doch das Durchhaltevermögen hat sich letztendlich ausgezahlt. „Als wir dann in Deutschland erfolgreich waren, wollte unser Manager, dass wir unser Alter um zwei Jahre zurück schraubten. Ich war mittlerweile 24 Jahre alt, doch der Manager fand, dass dies zu alt war, um die Teenager zu beeindrucken. So kam es, dass wir in sämtlichen Interviews auch lügen mussten, was unser Alter betraf.“ Problematisch an der Situation: Die kleine Fanbase aus Holland, die sich die Band bis dahin aufgebaut hatte, wusste, wie alt Lee und seine Bandkollegen wirklich waren.

Ein Ende mit Schrecken

Dennoch brauchte es eine Weile, bis Lee sich an sein Star-Leben gewöhnt hatte. „Die ersten 6 Monate in der Band empfand ich total unwirklich. Doch dann hatte ich mich irgendwann daran gewöhnt und es war okay für mich.“ Es folgte eine Zeit voller Höhepunkte, Gold- und Platinalben und ausverkauften Tourneen. So abprubt der Erfolg begann, so plötzlich endete auch die Ära Caught In The Act: „Das letzte halbe Jahr in der Band war nicht mehr wirklich schön“, erinnert sich Lee. „Benjamin hatte den Wunsch, auszusteigen und seine eigenen Wege zu gehen. Der Manager schlug daraufhin vor, Benjamin gehen zu lassen und statt dessen einen 18jährigen Neuzugang zu uns zu holen. Wir alle aber wussten, wie hart es war, in der Band ‚gefangen‘ zu sein und obwohl wir uns oft stritten, hielten wir immer zusammen. Ein neues Mitglied in der Band war für Eloy, Bastiaan und mich undenkbar. Der Manager wollte jedoch unbedingt vier Bandmitglieder haben.“ Schließlich wurde man sich nicht einig. Vom Ende der Band erfuhr Lee jedoch nicht durch den Manager, sondern ausgerechnet von einer Redakteurin des bekannten Jugendmagazins BRAVO. „Wie fühlst Du Dich, dass die Band sich getrennt hat?“, wollte sie am Telefon von ihm wissen – und Lee fühlte sich, als sei ihm der Boden unter den Füßen weggezogen worden.

„Das Ende der Band traf mich total hart. Wir hatten sechs Jahre voller Erfolg hinter uns und wurden von einem Tag auf den anderen zurück katapulitiert in ein normales Leben. Ich wusste, ich musste da irgendwie durch, aber es war nicht einfach für mich“, so Lee Baxter über die erste Zeit nach dem Band-Aus. „Eigentlich wollte ich erst einmal nur meine Ruhe haben. Aber das war nicht möglich, denn die Fans, die von der Trennung ebenso überrascht wurden wie wir, waren ja trotzdem immer noch da. Sie kampierten weiterhin vor unseren Häusern. In der ersten Zeit wollte ich das nicht. Ich verspürte nur noch den Wunsch, vor meinem alten Leben davonzulaufen. Inzwischen bin ich froh darüber, dass die Fans mir in all den Jahren die Treue gehalten haben.“

In den Jahren nach der Band beschäftigte sich Lee viel mit Meditation und Yoga, um den Sprung in ein normales Leben wieder zu erlangen. Schließlich ging er zurück nach England und änderte seinen Namen in „Collin Baxter“, um in seinem gelernten Beruf als Schauspieler wieder komplett neu Fuß fassen zu können. Über seinen Schauspielagenten kam Lee durch Zufall im Jahre 2005 für ein Gastspiel nach Hamburg ans English Theatre. Dort lernte er über Beziehungen seinen jetzigen Manager und Musikproduzenten Paul Glaser kennen. „Seither singe ich solo“, erzählt Lee stolz.

Neuer Solo-Song als Therapie

Mit der Single „For what it’s worth“ arbeitet Lee gut 16 Jahre nach der Trennung von „Caught In The Act“ seine Vergangenheit auf. „Man sollte schlafende Hunde nicht wecken“, so Lee Baxter. „Trotzdem wird CITA immer ein wichtiger Teil meines Lebens sein.“

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