Rollenbilder in Boybands: Was sie uns über Männlichkeit zeigten

Ein Artikel von Nicky
Rollenbilder in Boybands
21.09.2025

Rollenbilder in Boybands – und was sie uns über Männlichkeit gezeigt haben

Weißt du noch, wie wir in den 90ern auf unseren Bravo-Postern ins Schwärmen geraten sind? Jede Boyband schien wie ein menschliches Panini-Album: Da war der Coole mit der Sonnenbrille, der Sensible mit Hundewelpenblick, der Rebell mit Lederjacke – und natürlich der Unschuldige, der nie ein Haar falsch sitzen hatte. Als Teenie war es fast ein Gesellschaftsspiel, sich für einen Typen zu entscheiden. Heute – mit etwas Abstand und viel Lebenserfahrung – können wir uns fragen: Was haben uns diese Rollenbilder eigentlich über Männlichkeit beigebracht?

Der Bad Boy: Lederjacke, Augenrollen, Herzstolpern

Er war immer derjenige, der aussah, als hätte er gestern Nacht eine Bar auseinandergenommen – obwohl er in Wahrheit wahrscheinlich nur Wasser mit Zitrone getrunken hatte. Für uns Teenies war der Bad Boy eine Mischung aus Gefahr und Abenteuer. Er stand für das, was wir uns vielleicht heimlich wünschten: Grenzen austesten, Regeln brechen, Herzklopfen im Turbo-Modus. Und doch wussten wir – spätestens beim zweiten Bravo-Interview – dass auch der härteste Typ gern mit seiner Mum telefonierte.

Der Softie: Ein Teddy zum Anlehnen

Jede Band brauchte den einen, der auf der Bühne beim Balladen-Solo die Augen schloss und dabei aussah, als könnte er deine Tagebuchgeheimnisse für immer bewahren. Der Softie war die Projektionsfläche für all unsere romantischen Fantasien. Er ließ uns glauben: Männer dürfen Gefühle zeigen, und zwar ganz ohne Scham. Vielleicht war es genau dieser Typ, der uns später sensibel für Partner gemacht hat, die zuhören konnten – statt nur cool durch die Gegend zu posen.

Der Coole: Sonnenbrille bei Nacht

Der Coole hatte meist die besten Tanzmoves, die freshesten Outfits und den Blick, als wüsste er, dass er ohnehin jede Bravo-Leserwahl gewinnt. Er war oft der „Posterboy“ – makellos und scheinbar unerreichbar. Für uns bedeutete er die Sehnsucht nach Glamour, nach einem Leben, das so weit weg war von unserem Kinderzimmer mit Lava-Lampe und Schnullerketten. Heute wissen wir: Die Coolness war mehr Marketing als Realität. Aber hey – wir haben es geliebt!

Während seiner Zeit bei Caught in the Act verkörperte Lee Baxter den eher schüchternen, geheimnisvollen Typen – leise, aber immer präsent. Heute dagegen steht er als selbstbewusster Solo-Sänger auf der Bühne und zeigt, wie viel Kraft in seiner Stimme und Persönlichkeit steckt.

Der Rebell: Zwischen Grunge und Girlkiller

Nicht zu verwechseln mit dem Bad Boy – der Rebell war oft derjenige, der im Interview eine Spur zu ehrlich war oder beim Styling einfach mal das falsche Hemd trug. Er stand für Authentizität, für „Ich spiel hier nur mit, aber eigentlich mach ich mein eigenes Ding.“ Vielleicht war er derjenige, der uns später den Mut gegeben hat, auch mal gegen den Strom zu schwimmen – oder wenigstens gegen den Elternwillen in der Schule den bauchfreien Top-Trend durchzuziehen.

Der Unsichtbare: Das stille Mitglied

Seien wir ehrlich – jede Boyband hatte auch einen, bei dem man heute kaum noch weiß, wie er hieß. Damals war er aber oft der stille Favorit für alle, die nicht auf Mainstream-Typen standen. Der Unsichtbare zeigte uns: Man muss nicht immer laut sein, um Eindruck zu hinterlassen. Gerade sein Understatement machte ihn für viele von uns zu einer heimlichen Schwärmerei.

Was wir daraus mitgenommen haben

So sehr diese Rollenbilder auch Marketing-Klischees waren – sie gaben uns als Teenies eine Palette an Möglichkeiten, Männlichkeit neu zu denken. Nicht nur den toughen Typen, sondern auch den sensiblen Jungen gut finden? Total erlaubt! Sich zwischen Bad Boy und Softie zu entscheiden, war nicht nur ein Teenie-Dilemma, sondern vielleicht die erste Auseinandersetzung mit dem Thema: Welcher Typ Mann passt eigentlich zu mir?

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Heute: Mehr Vielfalt, weniger Klischees?

Wenn wir uns aktuelle Boybands oder Künstler anschauen, sind die Grenzen zwischen den Rollen verschwommener geworden. Männer dürfen offener über Gefühle singen, dürfen bunt, sanft, laut, schrill oder alles gleichzeitig sein. Vielleicht haben wir damals mit unseren Boybands den Grundstein dafür gelegt – weil wir gezeigt haben, dass wir Fans mehr wollten als nur den einen „starken Helden“.

Deine Teenie-Erinnerung zählt!

Jetzt bist du dran: Hättest du dir damals den Bad Boy als Freund gewünscht – oder doch lieber den Softie, der dir Herzchen-Briefe geschrieben hätte? Schreib’s in die Kommentare und lass uns zusammen noch einmal in diese magische Boyband-Zeit eintauchen. 💖

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