Hook der Erinnerung
Es gab immer diesen einen Typen in der Boyband. Nicht der, der auf der Bühne sein Shirt auszog, um die Massen zum Kreischen zu bringen. Nicht der, der in Interviews den Klassenclown gab. Nein – mein Herz gehörte dem Sensiblen.
Dem, der in den Balladen vorne stand, die Augen schloss und so sang, als würde er in diesem Moment nur mich meinen. Bei Caught in the Act war das für mich ganz klar: Lee Baxter.
Emotion wecken
Lee war nie der Lauteste, nie der Showman mit den wilden Sprüngen. Er war derjenige, der in einem Song wie „Bring Back the Love“ so ehrlich und verletzlich sang, dass du dachtest: Der versteht mich. In einer Zeit, in der viele Jungs in unserem Alter lieber cool taten als ehrlich zu sein, war so ein Auftritt ein warmes Gegenmittel gegen den rauen Schulhof-Alltag.
Anknüpfen an früher
Während die Bravo uns Woche für Woche mit Postern von Sixpacks und strahlenden Zahnpasta-Lächeln versorgte, blieben meine Augen an dem hängen, der in Interviews über seine Träume sprach, statt über Autos. Der zu schüchtern schien, um bei jeder Gelegenheit zu flirten. Lee verkörperte eine Männlichkeit, die wir damals unbewusst suchten: empathisch, zuhörend, unaufdringlich.
Auch heute noch (m)ein Balladen-King: Lee Baxter
Relevanz heute
Heute sehe ich Lee nicht mehr durch die rosarote Teenie-Brille – und trotzdem hat sich mein Männerbild dank dieser Zeit nachhaltig verändert. Ich habe gelernt, dass Stärke nicht immer laut ist. Dass wahre Coolness darin liegt, verletzlich zu sein. Und ich ertappe mich dabei, dass ich im echten Leben viel lieber mit „Soft Boys“ rede, die Herz zeigen, als mit selbsternannten Alpha-Machos.
Und ja – mein Teenie-Ich hätte wohl nicht geglaubt, dass ich 30 Jahre später mit genau diesem „Sensiblen“ in meiner Küche Rotwein trinken, über Spiritualität sprechen und gemeinsam Lieblings-Sitcoms schauen würde.
Teilhaben lassen
Vielleicht hattest du auch so einen „Sensi“ in deiner Boyband-Lieblingsliste. Vielleicht war es bei dir Nick Carter, Gary Barlow – oder eben Lee Baxter. In jedem Fall hat er dir vermutlich gezeigt, dass Männlichkeit viele Gesichter hat – und dass das schönste davon manchmal einfach das eines Mannes ist, der dir in einer Ballade direkt ins Herz singt.
Schreib mir in die Kommentare: Wer war DEIN „Sensible“?





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